Same same… but different!

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CIMG3510.JPG Wochenshow 

Nha Trang! Tauchen!
Darauf hatte ich mich schon seit November gefreut.
Kaum waren wir angekommen, lief ich also zu verschiedenen Anbietern, um die Angebote zu vergleichen, Abfahrtszeiten, Preise, Anzahl an Tauchgaengen, etc.
Ergebnis: “same same – but different”


Das heisst soviel wie “alles das gleiche – aber ein bisschen anders.” oder auch “irgendwie gleich – aber eigentlich voellig anders”. Wobei das “but different” oft weggelassen wird, viele Dinge sind oft ein fach nur “same same”.Kennen gelernt haben wir diesen Ausspruch, als unser erster Tour-Guide damals bei den Cu Chi-Tunneln uns erklaerte, er koenne leider nicht darauf achten, ob wir alle wieder an Bord des Busses seien, denn fuer ihn seien Europaer alle “same same”. Erst bei der dritten ernsthaften Warnung fuegte er das nur leicht beruhigende “…but different” hinzu.

Auch ob man eine Klapperhonda oder das Luxus-Modellmieten moechte, macht doch eigentlich keinen Unterschied. Freundlich grinsend der Kommentar des Vermieters “same same!”

Zurueck zum Tauchen.

Wir fuhren mit dem Boot 45 Minuten bis zur Insel Hon Mun, die Teil eines Meeresschutzgebietes ist. Am Tauchplatz angekommen, wurde mir mein Guide Nang zugeordnet, der dann ohne Umschweife ins Wasser sprang und mit mir abtauchte. Visibility: grosszuegig geschaetzte 2 (in Worten: zwei) Meter. Nang zeigte auf einen Stone Fish. Ich war erfreut und betrachtete das schoene Tier 20 Sekunden lang – und damit war die entspannte Phase des Tauchgangs leider auch schon vorbei.
Nang war weg – zumindest fast. Ich sah seine Flossen und eilte ihm hinterher. Auch im weiteren Verlauf des Tauchgangs schwamm er immer ca. 2 Meter vor mir (siehe oben – Visibility = 2 m) – allerdings ohne sich nach mir umzusehen und mit dem schlimmsten Frosch-Beinschlag, den man sich denken kann.
Ich hatte also permanent damit zu tun, ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Kaum entdeckte ich mal ein Tier (schoene Tiere! einen riesigen blauen Seestern, unzaehlige Christmas Tree Worms in allen erdenklichen Farben, zwei Nudibranches und ein paar Fische) oder eine Koralle, musste ich schnell!! hinschauen und dann den im trueben Wasser verschwindenden Flossen hinterhereilen. Nach 45 Minuten (ich hatte noch 100 bar in der Flasche – eine echte Leistung fuer mich!) mussten wir nach oben, weil Nang kalt war.

Das war also mein erster Tauchgang in Vietnam. :-(

Da ich nicht wollte, dass das so weiter geht, bat ich Nang, beim naechsten Tauchgang etwas langsamer zu schwimmen, weil ich auch mal Dinge ansehen wollte. OK.

Wir runter, langsam schwimmen, alles OK. Sicht ist auch besser.
Obwohl er sich jetzt oefter mal nach mir umdreht, schwimmt Nang weiterhin 2 Meter vor mir her. Die Begeisterung ueber alles was ich entdecke, verpufft ein bisschen, weil da niemand ist, dem ich es zeigen koennte, der sich mit mir freut.. Ich schaue mir also allein diverse Seesterne, Anemonenfische, Nudibranches und einen grossen Feuerfisch an. “Kann ja sein, das er das alles schon tausendmal gesehen hat,” denke ich mir, “aber hoffentlich wartet er wenigstens auf mich.”

Und dann sehe ich SIE. In einem Loch, ganz versteckt, eine fette Muraene. Riesig und wunderschoen. Nang ist zwei Meter voraus und dreht sich nicht um… Aber diesmal kann ich mich nicht mit einer halben Minute begnuegen – ich schwimme zu ihm hin, mache ihm ein komisches Zeichen mit Daumen und Zeigefinger und deute zurueck. Er kommt mit (!!) und ich zeige ihm die Muraene. Gemeinsam (!!) schauen wir sie zwei Minuten an – ich bin happy.

Und siehe da – Nang hat verstanden!

Von diesem Moment an zeigt er mir:
– eine Flunder, die voellig im Sand eingewuehlt liegt
– zwei Nudibranches
– einen Lobster, der sich in einer Koralle versteckt
– einen Porcupine Fish
– einen grandiosen Frog Fish, den ich selbst niemals gesehen haette weil er so sehr der Koralle aehnelt, auf der er sitzt

Ich bin begeistert und sage es es ihm – und ich hoffe, dass Nang mit seinen naechsten Tauchern so aehnlich taucht wie dann zum Schluss mit mir.
Nach der Bootsfahrt zurueck nach Nha Trang durchstoebere ich wie immer (und mit der gleichen Begeisterung, wie ich sie bei Andrea und Jutta gesehen habe) die Fischbuecher, um herauszufinden was genau ich denn nun in der Tiefe gesehen habe. Die vietnamesischen Tauchguides schauen mir belustigt zu.

Irgendwann wende ich mich hilfesuchend an sie und beschreibe ihnen einen Fisch, den ich nicht kenne. Ein Guide wuehlt in einem Buch und zeigt mir ein Bild von einem Tier, das nicht im geringsten dem aehnelt, was ich gerade beschrieben (oder unten im Wasser gesehen) habe.
Als ich versuche, den Unterschied klarzumachen, lautet die einhellige Meinung:

“same same!”

…yeah but a little bit different.

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9 Responses to “Same same… but different!”

  1. Barbara Says:

    Hallo Maja … das klingt ja alles wunderbarherrlichzauberhaftundNeidbeiunsBerlinernhervorrufend! :o)

    Dafür haben wir heute abend im megaschicken Pinelli eine sensationelle ImproProbe mit ganz tollen Leuten, köstlichen Keksen … und das alles in einem Raum, der uns durch seine FengShui-hafte Anmutung quasi wie von selbst auf meditative Beta-Ebenen hiefen wird. *smile*

    Nein, im Ernst: Toll, dass es Euch so gut geht und schade, dass Du heute nicht mit dabei bist. Du wirst fehlen. Jörg & ich leiten die Probe und werden zwei Sachen von Kjell machen und uns ansonsten das Sommercamp-Soap-Format vornehmen.

    Letzte Woche hatten wir Musikprobe mit Kai und es war – Achtung! Das aus meinem Mund! – superklasse!

    Du siehst: auch hier in Berlin ist kein Tag “same same” wie der andere, im Moment ist es wieder relativ kalt bei null Grad und für heute schicke ich Dir und Nikolaus viele liebe Grüße nach Asien!

    Viel viel Spaß, genieß alles und pass auf Dich auf! Barbara

  2. Janne Says:

    Lieber Nikolaus,

    ich weiß ja nicht, obs hilft, aber ich freue mich sehr über Deine detailreiche Beschreibung der Fischlein! Tauchen mußt Du zwar immer noch alleine, aber die Beschreibung für die Daheimgebliebenen ist doch auch ein bißchen wie Fischlein direkt zeigen, oder? ;-)
    In Berlin schneits schon wieder und alles ist grau in grau. Umso schöner sind Deine bunten Bilder aus der Ferne… Ich will mehr!
    Grüße und Küsse, J.

  3. Mutti (die andere) Says:

    Hi, Maja,
    ich glaube, Vati lernt doch noch tauchen nach DER Berichterstattung.
    Dass Du die Fische alle erkennst, ist ja schon toll, aber bei der super-Schilderung schwimme sogar ich glatt mit!
    Bei uns schneit es schon wieder, heute bestimmt 10 – 20 cm Neuschnee! Aber auch hier kommt irgendwann der Sommer!
    Dein Vietnam-Foto zum 75. von Oma ist gedruckt – sie wird strahlen!
    Ich gucke jeden Tag, ob neue Schilderungen da sind und freue mich immer! So sieht es also aus, wenn man “höchstens 1 Mal in der Woche am PC ist,…..?
    Also, weiterhin viel Spaß!!
    Wir denken viel an Dich! Deine Mutti

  4. Sonja Says:

    Hallo Ihr zwei Weltenbummler!
    Mensch Eure Reiseberichte schlagen jedes sehnsucht-erweckende Bilder- und Reisebuch um Längen! Man muss quasi schon selber jedesmal auftauchen, wenn man sich die schönen Bilder angeguckt hat- weiter so, ich bin schwer begeistert (Suchtfaktor 10).
    Bei so viel Finkengeflatter, güldene und dicke Männer, Garnelen in italienischen Fingern oder Du-siehst-mich-nicht-Fischen kann man aus Berlin gar nicht so viel spannendes berichten…von den Schneeflocken, die hier IMMERNOCH herumtanzen habt Ihr ja auch schon gehört und welche Baustelle (same, same…) jetzt gerade wieder wo ist erspare ich Euch auch (sollte jedoch erwähnt werden- das erhöht den Genußfaktor in der Ferne…falls das noch möglich ist!).
    Geniesst alles weiterhin so schön und noch ganz viel Spaß,

    Sonja

  5. MAMA Says:

    Hallo Nikolaus, hallo Maja,
    die Vorredner/Innen haben Recht, Eure Berichte sind spannend: So fern – und doch sind wir mittendrin.
    Am meisten begeistern mich die Fotos, die plastisch scharf und wunderbar farbig hier Stimmung in mein Gehäuse zaubern: der Rauch der bunten Räucherstäbchen oder der Windhauch über der Dünenkante als einzige Bewegung im Samt des Sandes oder die abgewitterten, mürben Bootsfarben der Schönen mit dem Saigonhut und ihren lila Handschuhen … sehr fein!
    Bi iis isch Fasnetsdsaischtig ond ‘s goht dagega … Bei Euch ja noch lange nicht!
    Heute bin ich vomHaus weg, am Narrenbaum vorbei mit den Langlaufskiern zum Engel Hochberg, Niki, in Schneegestöber und Westwind, wow! Sieht man die Schneemassen hier, sollte man nicht denken, dass es woanders ein warme abenteuerlustige bunte Welt gibt!

    Gespannt auf die nächsten Berichte, Fotos und auch Kommentare: Gruß auch an Mutti (die andere) und die Freunde in Börlin und Fronkraisch – und die lexa, des schwäbische Obergscheidle, frage ich: Woher woisch?

    Also, viel Freude wünscht Euch MAMA – so long bis zum nächsten Mal!

  6. DIE EINZIG WAHRE MAMA Says:

    kinder, kinder,

    ihr bringt mich noch ins grab. ist das denn nicht viel zu gefährlich, was ihr das alles macht?

    in undurchsichtiger brühe rumschnorcheln (das wasser ist doch immerhin warm? nicht das ihr euch noch erkältet), den einheimischen ihr ganzes essen weg(fr)essen (werden die da nicht süß-sauer? kleiner scherz, muss erlaubt sein, ist ja fast noch karneval) und mit einheimischen reisschüsseln durch den wütenden verkehr dübeln (tragt ihr auch artig helm, nierengurt und stiefel? und nackenprotektoren? und handschuhe?) — kann das denn auf dauer gutgehen?? ich krieg schon überhaupt keinen schlaf mehr. könnt ihr euch nicht einfach ordentlich eincremen, unter eine palme legen und auf den rückflug warten? oje, was soll bloß werden?!

    ich denke, ich genehmige mir jetzt erstmal ein likörchen, vielleicht zwei, mehr aber nicht, da wirds mir dann schon wieder etwas besser gehen.

    in ganz großer sorge,
    die einzig wahre mama

  7. maja Says:

    Juhu Barbara, ich moechte bei unserer ersten Impro-Show bitte unbedingt beim Grand Prix eine Kuenstlerin aus Vietnam sein, hab schon ganz viel geuebt! Die haben hier echt seltsame Gesaenge, immer so auf und ab und sehr sehr schraeg! Gestern in unserem Zugabteil sassen zwei kleine Kinder, die haben auch schon so gesungen – und zwar ein Gute-Nacht-Lied, war echt suess!!

    Ein lieber Gruss geht auch an all die Mamas und Muttis – das macht echt Spass so. Mal sehen wie viele wir am Ende der Reise so haben. :-)

    Sonnige Gruesse ins Schnee- und Vogelgrippe-Chaos (wir weichen derweil dem Virus aus, wo wir nur koennen…)

  8. Tinglish - das thaienglish - no have in Sihanoukville Cambodia Says:

    […] Dieses Phänomen lässt sich auch in Kambodscha beobachten. Als Beispiel nenne ich mal das berühmte “same same but different“. […]

  9. Kre Alkalyn Pro Says:

    I really enyojed this brilliant blog. Please keep them coming. Greets!!!

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