zugfahren

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zugfahren lateshow

heute morgen wurden wir mit musik geweckt. nach einem marsch wie aus einem expressionistischen film lief so etwas wie der abspanntitel zu einem adriano celentano. dann was schnulziges, ingesamt voellig oropax-resistente melodien! als das modern-talking-medley laueft, habe ich mich schon mit nudelwurstsalat gestaerkt (im ticketpreis inbegriffen). und wir beide singen grinsend und dankbar aus voller kehle mit. wir sitzen im zug. und sind dankbar, weil wir unserer naechsten naechsten station sehr viel naeher: dem alten kultur- und kuestenstaedtchen hoi an. 550 km weiter im norden, 14 stunden aelter, 17 $ leichter.

zugfahren in vietnam ist vor allem ein koerperliches und akustisches erlebnis. mich erinnert das sehr an eine nachtfahrt zwischen shanghai und peking vor 7 jahren. auch dort gab es zugklassen wie “hard seat”, “soft seat, “hard sleeper” und … “softsleeper”, unsere wahl fuer diesen abend. alles andere ist auf so einer strecke boese quaelerei. aber so…

mit uns im abteil: 2 aeltere und 2 sehr junge vietnamesen. wir nehmen an, grosseltern und enkel. quicklebendig sind die kleinen, und ihre kraeftigen stimmen konkurrierten am abend zuvor mit der bierdosen-party, die zwei abteile weiter von ein paar travellern veranstaltet wird. ich war trotzdem schnell im land der traeume, nach 2 mal buntfischjagen am vormittag hatte ich traegen sauerstoff im blut.

nachts ruckelt es ein paar mal gewaltig, ich fall fast von der liege. ein paar mal wache ich auf, und der zug steht einfach. das tut er auf der fahrt ziemlich hauefig.

als ich morgens gegen 6 aufwache, sind oma und opa und die 2 kleinen gesangskanonen verschwunden. dafuer stehen 2 styropor-schaechtelchen nudelwurstsalat und 2 kleine flaschen wasser auf dem tisch. ah, fruehstueck. ich klettere runter und setzt mich an den gedeckten tisch und schaue raus auf die reisfelder vor da nang. bis maja aufwacht, laeuft noch ein stueckchen marschmusik. dann was schnulziges. dann irgendein easylisteningklassiker aus den 70ern. und dann…

sind wir da. es ist kalt. ich schaetze, unter 20 grad. wind weht, himmel grau in grau. ich bin muede.  

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3 Responses to “zugfahren”

  1. katrin Says:

    Ha … es ist kalt … unter 20 Grad … ;-))) Ihr Suessen…
    Hier in Berlin sind es gefuehlte minus 20 Grad ( okay, ist etwas uebertrieben ;-), es schneit immer wieder, und Handschuhe, Muetzen und Schals hab ich wieder ausgemottet.

    Ach, es ist sooo schoen, von euch zu lesen und Bilder zu gucken. Ihr habt es gut, und schoen, und ich wuensch euch weiterhin viel Spass, geniesst – und schreibt bloss weiter!!!

    Katrin*sehnsuechtig nach Sonne, Waerme und 20 Grad*

  2. klaudi Says:

    hmmm, schade, keine akkustikmitschnitte eurer grinsenden, goldigen minimitfahrer und eurer morgentlichen zugarien….oder vielleicht doch eher zum glück? ;o) es gibt da gerüchte über ein polizei-dreiste-honda-om-fahrer-freche-deutsche-video….ja, nein, vielleicht, ente oder darf man da noch gespannt sein? multimediakinder freuen sich über bewegte bilder ab und an :o)…
    na denn viel spaß in hoi an, packt euch gut ein, damit ihr nicht erfriert bei den eisigen temperaturen ;o) und weiter so tolle fotos machen und hochladen bitte…..haben hohen suchtfaktor, indeed….

  3. Rupert. Says:

    he nikolaus, schönes reiseblog, das. und inzwischen hab ich sogar kapiert, wie ich mir den rss-feed dazu ziehen kann (“feed:” in der URL unten weglassen) … so, muss jetzt durch den schneematsch nach hause schlittern. ist auch schön.

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